Beirat
Um die Prozesse in den Schulen aufmerksam zu begleiten und die Erkenntnis nach außen zu transportieren, gibt es für das Projekt einen Beirat, dessen Mitglieder in den Feldern der Architektur, der Pädagogik und der Kunst dezidiert Position beziehen können und gut vernetzt sind.
Der Beirat wird einen maßgeblichen Beitrag dazu leisten, dass das Projekt über Düsseldorf hinaus Wirkung erzeugt.
Zum Beirat gehören:
Frauke Burgdorff — Moderation, Montag Stiftung Urbane Räume, Bonn
Christopher Dell — Architektur- und Improvisationstheorie, Berlin
Dr. Gregor Jansen — Kunst, Kunsthalle Düsseldorf
Margaretha Kurmann — Protokoll, Oldenburg
Prof. J. Pablo Molestina — Vertreter Architektur, FH Düsseldorf
Ute Reeh — Projektleitung, Düsseldorf
Prof. Johannes Schilling — Architektur, FH Münster
Dr. Otto Seydel — Pädagogik, Institut für Schulentwicklung, Überlingen

07.05.2010 von links: Ute Reeh, Margaretha Kurmann, Prof Pablo Molestina, Dr Gregor Jansen, Frauke Burgdorff, Dr Otto Seydel, Christopher Dell
Die Beiratsmitglieder
Frauke Burgdorff
"Es ist faszinierend, das große Interesse der jungen Partner des Projektes an der Gestaltung ihrer Territorien und Nachbarschaften zu sehen. Sie haben einen großen, unvoreingenommenen Respekt vor der Könnerschaft anderer und sie wollen vor allem selber produktiv werden. Diese Energien nutzt das Projekt unmittelbar, ohne Belehrung, didaktische Korsetts und starre Zeitpläne sondern mit der Beweglichkeit und Glaubwürdigkeit, die künstlerisch authentischen Prozessen eigen ist."
Frauke Burgdorff wurde 1970 in in Hildesheim geboren und hat Raum- und Umweltplanung in Kaiserslautern und in Dortmund studiert. Sie war als Projektleiterin in Städtebau- und Forschungsbüros und regionalen Entwicklungsagenturen tätig und war von 2002 bis 2005 Leiterin des Europäischen Hauses der Stadtkultur in Gelsenkirchen. Seit 2006 ist sie Vorstand der Montag Stiftung Urbane Räume gAG in Bonn. Die Montag Stiftung Urbane Räume entwickelt in Projekten und Diskussionen Lösungsansätze für aktuelle Fragestellungen des "Wohnens" und des "Lernens".
Christopher Dell
"Was mich an diesem Projekt interessiert? Es braucht Menschen, die ein Projekt haben. Die offen sind. Dies muss mit Struktur und Metaebene zusammenkommen. Projektzustand als Seinsform."
Christopher Dell im Beirat Mai 2010
Christohper Dell, geboren 1965 in Darmstadt, verlebte seine Kindheit teilweise in Ranchi (Indien). Seit dem 6. Lebensjahr hatte er Klavier- und ab dem 11. Lebensjahr Schlagzeug-Unterricht. Er studierte Vibraphon, Schlagzeug und Komposition in Hilversum, Rotterdam sowie an der Berklee School of Music. Es folgte die weitere Ausbildung bei Karlheinz Stockhausen, Wolfgang Rihm und John Lindberg. Er arbeitet als Komponist und Vibraphonist und Dozent. Mit verschiedenen interdisziplinären Projekten tourt er durch Kanada, die USA, Japan, Indien, Afrika und Europa. Seit 2000 leitet er das Institut für Improvisationstechnologie in Berlin. Als Musiker und Architekturtheoretiker ist er seit 2008 Gast-Professor für Städtebau/Urban Design Theorie an der HCU HafenCity Universität Hamburg. Sein Interesse gilt Praxen und Organisationsverläufen der zeitgenössischen Stadt. Zusammen mit Bernd Kniess und Michael Koch initiierte er 2008 das Lehr- und Forschungsprojekt "Universität der Nachbarschaften" (UdN).
Gregor Jansen
"Ich bin neugierig auf dieses interessante Düsseldorfer Schulkunstprojekt. Auch mit Blick auf meine eigenen Kinder – wie ist Schule und wie könnte sie sein. Kunst ist das beste Lernfeld für Sackgassen und dafür Fehler machen zu können."
Gregor Jansen im Beirat Mai 2010
Gregor Jansen, 1965 in Nettetal am Niederrhein geboren, ist Kunstwissenschaftler und lebt mit seiner Familie in Düsseldorf. Er promovierte über den in Berlin lebenden Maler Eugen Schönebeck. Seit 1991 arbeitet er als Ausstellungsmanager, Kurator, Dozent, Kunstkritiker und Publizist. Als Dozent lehrte er bis 2005 an der Fachhochschule in Aachen und der Kunstakademie in Maastricht. Ihn interessieren besonders die Bezüge zu Nachbardisziplinen, den Naturwissenschaften und der Technik. Er war Kurator für das gemeinsam von der Kulturstiftung des Bundes und dem Goethe-Institut Peking 2005 durchgeführte Stipendiatenprogramm „BEIJING CASE“ zur Erforschung internationaler urbaner Entwicklungen in Megacities und Mitarbeiter im ZKM, Karlsruhe. Seit Januar 2010 leitet er die Kunsthalle Düsseldorf.
Margaretha Kurmann
„Ein hoher Anspruch an die Qualität, sich nicht zufrieden geben, die große Ernsthaftigkeit für die Menschen und für das, was gerade passiert, dazu Neugierde und Lust – dies spricht mich in dem Projekt sehr an. Mehr Sein als Schein – wohltuend bei so vielen auch in Schulen um sich greifenden Darstellungen."
Margaretha Kurmann, geboren 1954, studierte Theologie und Pädagogik. Sie arbeitet seit vielen Jahren in verschiedenen Bereichen psychosozialer Arbeit, emanzipatorischer Aufklärung und Erwachsenenbildung. In diesem Kontext vielfältige Fortbildungen zur Beratung, zu körperorientierter Psychotherapie, zu Methoden von Körperarbeit sowie zur Arbeit mit Gruppen. Schwerpunkte der Arbeit sind Frauen- und Gesundheitspolitik, hier insbesondere Ethik in der Fortpflanzungsmedizin und in der „Biopolitik“ sowie die Auseinandersetzung mit Ansätzen von Prävention.
Pablo Molestina
„Mein Interesse gilt vor allem Prozessen, die in formale Ergebnisse landen. Mit diesem Projekt verbinde ich den Versuch, künstlerischen Inhalt in die DNA der Prozesse von Schulbau einzupflanzen. Darüber hinaus interessiert mich der Blick auf das Ganze – wo es im Prozess des Bau von Schulen normalerweise eher nur Einzelinteressen, Einzelbaustellen gibt."
Pablo Molestina im Beirat Mai 2010
J. Pablo Molestina wurde 1955 in Quito, Ecuador geboren und wuchs als Diplomatenkind in Chile auf. Heute lebt er in seiner Wahlheimat Köln. Er studierte Architektur an der Yale University, USA, der AA, London, bei Hassan Fathy, Kairo, am I.L.A.D., Urbino, Italien sowie amMIT Cambridge, USA. Danach Arbeit bei Cambridge Seven Ass. USA, Woo and Williams, Cambridge, bei Erich Schneider-Wessling, Köln. Seit 1991 mit eigenem Büro in Köln unter Molestina + Kraus, ab 1993 MDK Architekten. 2000 war er Gastprofessor an der DIA Bauhaus, Dessau. Seit 2001 hat er eine Professur an der Fachhochschule Düsseldorf.
Ute Reeh
"Mich interessiert wie zeitgenössische Kunst gesellschaftliche Prozesse mit formt. Was bringt Kunst mit? Das Bewusstsein für den Kontext und die Metaebene, das Bewusstsein darüber, dass alles auch ganz anders sein könnte, die Erfahrung der Formbarkeit von Prozess und Umfeld, das Potential Ideen wahrnehmbar zu machen."
Ute Reeh wurde 1958 in München geboren. Sie studierte Biologie und Kunst mit den Schwerpunkten Performance, Skulptur und Video an der HbK in Kassel bei Harry Kramer und Alf Schuler und an der Kunstakademie in Düsseldorf bei David Rabinowitch und Nam June Paik. Sie war Meisterschülerin bei Nam June Paik.
Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Zeichnungen, Performances, Videos und Skulpturen im öffentlichen Raum. Entscheidend ist die physische Dimension, die mit diesen Arbeiten ins Spiel kommt. Projekte der letzten Jahre waren Reise, Vasen, Muster, Baumscheiben, Zeichnen, visual therapies. Sie hat Workshops und Lehraufträge projektiert und durchgeführt (Uni Köln, Siegen, Halle, Kunstakademie Münster). Von 1998 bis 2008 begleitete sie als Schulkünstlerin die Dieter-Forte-Gesamtschule in Düsseldorf. 2009 initiierte Sie das Projekt Schulkunst – Kunst verändert Schule. In Ihre prozesshaften Projekte bezieht sie die Beteiligten als autonom Mitwirkende ein, als aktiv gestaltenden Teil eines Kunstkonzeptes.
Johannes Schilling
"Die Erfahrung von Gestaltung, sich selbst als schöpferisch zu erleben, ist das Wichtigste überhaupt. Wenn ich versuche, etwas Besonders zu machen und dies über die Form umsetze ohne die Fachlichkeit, das Können dazu zu haben, ist das eigentlich unmöglich. Erst das Können ermöglicht Freiheit. Es kann für Kinder und Jugendliche ein erster Schritt sein, Raum zu denken, sich mit Raum zu befassen. Dabei brauchen sie Begleitung – eine Kuratorin, einen Kurator. Dies ermöglicht das Schulkunstprojekt."
Johannes Schilling auf der Beiratssitzung am 22.11.2010
Johannes Schilling ist 1956 geboren, ist verheiratet und lebt in Köln. Er studierte an der RWTH Aachen, am NSTC Halifax, CA und an der Kunstakademie Düsseldorf. Seit 2003 ist er Professor für Baukonstruktion an der Fachhochschule Münster.
Er gewann zahlreiche Wettbewerbe, realisierte Bauvorhaben, veröffentlicht, hält Vorträge. Er war und ist Fachpreisrichter in zahlreichen Wettbewerbsverfahren, kooperiert international (CA, CH, CN, FR, GB, IT, LU, NL, PL...) und interdisziplinär (Technik, Wissenschaft, Design, Kunst). Er organisiert und fördert kulturelle und baukulturelle Veranstaltungen.
Otto Seydel
"Innere Prozesse anschieben und Planungsbedingungen von Schulbau langfristig verändern – dies interessiert mich an dem Schulkunstprojekt. Die Möglichkeiten, das System Schule, ein Korsett für alle Beteiligten, aufzubrechen, sind begrenzt. Nötig ist ein Korrektiv von außen. Im Grunde ist das Projekt eine fundamentale Systemkritik."
Otto Seydel im Beirat Mai 2010
Otto Seydel wurde 1945 in Potsdam geboren, ist verheiratet und hat drei Kinder. Nach dem Studium der Theologie und Pädagogik sowie Promotion arbeitete er von 1976 – 2001 in der Internatsschule Schloss Salem mit unterschiedlichen leitenden Aufgaben. 2002 baut er das Institut für Schulentwicklung auf. Schwerpunkte seiner Arbeit ist die Unterrichts-, Organisations- und Personalentwicklung. Er ist im Schulverbund "Blick über den Zaun" engagiert und hat hier das Leitbild einer "guten Schule" mitentwickelt. Mit der Akademie des Deutschen Schulpreises liegt die Projektentwicklung und Koordination des Deutschen Schulpreises im Auftrag der Robert Bosch Stiftung in seinen Händen.
