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Arm oder Reich?

Ausgangslage

Wittenberger Weg

Häuser am Wittenberger Weg. Foto: Laura Juni 2013

Die in den 60er Jahren gebaute, ehemalige Obdachlosensiedlung Wittenberger Weg ist durch eine Schnellstraße, eine Autobahn und ein Gewerbegebiet städtebaulich isoliert. Die Isolation stabilisiert den Ausschluss und die soziale Armut ihrer Bewohner. Das Viertel konfrontiert Anwohner und Politiker mit schwer lösbar scheinenden Problemen und hat die schlechtesten Sozialdaten Düsseldorfs. Projektziel ist mit künstlerischen Mitteln Perspektiven umkehren.

Ein großer Anteil der Kinder und Jugendlichen besuchen die Alfred-Herrhausen-Schule, Förderschule für Lernen sowie für soziale und emotionale Entwicklung. Das Projekt basiert auf den Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler der Alfred-Herrhausen-Schule mit dem Bau der selbst erdachten und geplanten Terrasse. Mit daraus gewachsenen Selbstbewusstsein, ein Resultat dieses Erfolgs, stellten die Jugendlichen fest, dass dem Viertel eine selbst konzipierte, gemeinsame Mitte fehlt: Ein Café, ein offener Ort, der Treffpunkt ist, auch für Menschen von "Außerhalb". Die Qualitäten der Menschen im Viertel, ihre Geschichte/n, das was sie sind und was sie sich wünschen wird dort sichtbar werden.

Den angrenzenden Betrieben fehlen Kantinen oder ein Mittagstisch. Die Jugendlichen der Alfred-Herrhausen-Schule haben Erfahrung mit Kochen und Catering. Auf diese Kultur wird aufgebaut für einen Ort, wo man gern zusammen ist und manchmal isst, wo man Gastfreundschaft pflegen kann.

"Sichtbar machen des eigenen" und "gemeinsam etwas Besonderes schaffen" verstärkt Selbstwert und Potential von Gemeinschaft. Das Minderwertigkeitserleben der Bewohner des Viertels am Wittenberger Weg wurzelt darin außerhalb des Viertels als "anders", "fremd" wahrgenommen zu werden. Man erlebt sich in seinem Mangel.

Die besondere künstlerische Herangehensweise arbeitet mit Potenzialen. Im Projekt entsteht ein Ort, in dem die eigene Kultur als stark erlebt werden kann. Das Viertel, seine Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen werden zu Gastgebern. Der Ort zum Geschenk für sich selbst und die Stadt.